Norwegen

Tromsø

 

Reisezeit: Jänner 2019

 

Velkommen! Wir sind zurück aus dem hohen Norden und haben einiges zu erzählen! Aber zuerst kurz zu den Reisedaten. Wir flogen für fünf Nächte nach Tromsø in Nord-Norwegen um mit der Kamera auf Nordlichtjagd zu gehen. Dafür nahmen wir den Flieger von Wien (VIE) nach Oslo (OSL) und anschließend weiter nach Tromsø (TSO). Zurück ging es über Kopenhagen (CPH). Im Vorhinein buchten wir natürlich den Flug, reservierten uns ein Hotelzimmer, organisierten einen Mietwagen sowie eine Nordlichttour über GetYourGuide. 

 

Die Anreise klappte problemlos und mit dem "Express" Bus ging es um 16:00 vom Flughafen in Richtung Hotel. Dort bezogen wir unser Zimmer, bevor es zu einem kleinen Spaziergang auf der Insel Tromsøya ging. Nichtsahnend und so dahin spazierend führte uns der erste Weg über die verschneiten Straßen direkt zum Hafen und zur ersten Attraktion. Ein Hurtigruten-Schiff lag gerade vor Anker. Gut, für manche vielleicht nicht ganz so aufregend aber ein paar Tage zuvor sahen wir im Deutschen Fernsehen eine Dokumentation über genau diese Postschiff-Route. Im Film wurde die Reise des Schiffs "Kong Harald" begleitet. Und wie es der Zufall so wollte, war genau dieses Schiff gerade dort. Von der Doku wussten wir, dass man als Besucher auf das Schiff darf und sich die einzelnen Decks ansehen, oder an der Bar Drinks konsumieren kann. Überrascht von den deutlich günstigeren Getränkepreisen entschlossen wir uns in den kommenden Tagen noch einmal für den Besuch eines Hurtigurten-Schiffs.

Ausgeschlafen ging es am zweiten Tag zu Hertz um unseren Mietwagen abzuholen. Ein kleiner aber hochmoderner VW Polo, auf Hochglanz poliert, wartete bereits auf uns. Damit fuhren wir gleich mal über die vereisten Straßen etwas hinaus aus der Stadt. Nach einer Weile hatten wir aber genug von dem vielen Schnee und blattlosen Bäumen. Also fuhren zurück und besuchten die Eismeerkathedrale, das Wahrzeichen von Tromsø, die jedoch leider wegen einer Hochzeit geschlossen war. Also ging es nach ein paar Fotos von außen gleich weiter zu einer Seilbahn, die Besucher auf den 421m hohen Storsteinen bringt. Dort oben hat man den besten Blick auf Tromsø, der einen zum Verweilen einlädt. Abends parkten wir unseren Mietwagen im Tunnelsystem der Insel und suchten uns ein Restaurant zum Abendessen.

Am dritten Tag besuchten wir das Polaria, welches als erlebnisorientiertes Museum ausgeschrieben ist und sich vor allem mit der Polarforschung beschäftigt. Das Highlight darin waren jedoch die vier Robben, die wir bei deren Frühstück beobachten durften. Sogar kleine Tricks wurden für die wenigen Besucher aufgeführt. Danach fuhren wir wieder raus aus der Stadt, und erkundeten ein paar Nachbarinslen. Am Rückweg besuchten wir das Tromsø Museum welches 1872 gegründet wurde und sich mit Natur- und Kulturwissenschaft beschäftigt. Anschließend ging es zurück in das Hotel um ein wenig vorzuschlafen, denn für diesen Abend hatten wir unsere Nordlichttour gebucht. 

Dazu holte uns Carolina um 18:30 vor unserem Hotel ab. Wir waren die ersten, die abgeholt wurden und hatten somit das Glück, im Auto vorne sitzen zu dürfen, um auf der Jagd nach den Nordlichtern bessere Sicht nach oben zu haben. Wir holten noch 6 weitere Personen ab und um ca. 19:00 Uhr ging es raus aus der Stadt und wir fuhren Richtung Alta. Nach einer Stunde zwanzig lockerte sich die Wolkendecke und da waren sie. Die ersten Nordlichter des Abends. Carolina hielt gleich bei der ersten Möglichkeit an und wir (also Carolina und Daniel) machten unsere Kameras klar. Eilig knipsten wir ein paar Bilder, denn wenn wir den restlichen Abend keine mehr sehen sollten, so hat man wenigstens etwas. Achja - wie sehen sie jetzt eigentlich aus? Was wir gesehen haben, würden wir so beschreiben: Eine hauchdünne, zartgrün leuchtende Wolke, die sich aber irgendwie komisch verhält und bewegt. Das waren unsere ersten Beobachtungen, aber dabei blieb es Gott sei Dank nicht. Nach gut 25 Minuten war das erste Spektakel vorbei, die Wolken dominierten wieder den Himmel und wir fuhren weiter. Am nächsten Parkplatz das gleiche Spiel - Nur wenig Nordlichtaktivität und der grüne Schimmer war zwischen den Wolken nur ganz leicht am Himmel zu sehen. Nachdem Carolina meinte "Let's get in the car and try another Position" erblickte ein anderer Teilnehmer doch wieder etwas stärkere Aktivitäten. Gerade über uns öffnete sich innerhalb von wenigen Sekunden ein Wolkenfenster und die Nordlichter begannen zu tanzen. Aber diesmal nicht leicht grünlich sondern strahlend grün mit ein wenig violett dazwischen. Mit offenem Mund und mit steifem Nacken starrten wir gerade aus nach oben auf die atemberaubend schönen Nordlichter. Gefühlt dauerte dieses Naturphänomen jedoch nur 15-20 Sekunden. Trotzdem werden wir diesen Moment nie wieder vergessen. Carolina entzündete ein Lagerfeuer und wir wärmten uns mit heißer Schokolade und Tee. Später brieten wir noch Würstchen über dem Feuer. In der Ferne beobachteten wir dabei immer wieder die Nordlichter. Um ca. 02:00 Uhr waren wir wieder zurück im Hotel.

 

Spontan buchten wir noch einen zweiten Ausflug - eine Husky-Schlittenfahrt sollte es sein. Also ging es zur freundlichen Touristeninformation, wo eine sehr nette Mitarbeiterin für uns den günstigsten Anbieter raussuchte. Am nächsten Morgen trafen wir uns mit anderen Teilnehmern vor einem Hotel, wo wir gemeinsam abgeholt wurden. Nach einer 45 minütigen Fahrt kamen wir zum Camp, wo es gefühlt ganze Schneemänner schneite. Man brachte uns in einen Raum, wo uns erklärt wurde wie man mit dem Hundeschlitten umgehen muss und worauf man achten sollte. Jeder bekam einen Thermoanzug und wenn nötig auch Schuhe und Handschuhe. Nach der Instruktion und dem Umziehen ging es zu den bereits vorbereiteten Hundeschlitten. In der Zwischenzeit hörte es Gott sei Dank auf zu schneien. Nach und nach starteten die Teilnehmer und als letztes kamen wir dran. Fun Fact: Das erste was die Hunde nach ein paar Metern machen ist, sie entleeren sich während sie rennen. Blöd wenn man dann der letzte Schlitten ist! :-)

Nichts desto trotz fuhren wir durch eine wunderschöne, verschneite Winterlandschaft abseits der Zivilisation. Es war beinahe unheimlich leise. Zweimal verhedderten sich die Leinen der Hunde und wir konnten sie nur mehr mit Hilfe eines Guides entwirren. Abwechselnd fuhr einmal Daniel und dann Tamara. Nach gut 45 Minuten kamen wir wieder zurück zum Camp. Wir zogen uns wieder um und bekamen in einem beheizten Zelt Kaffee, Kakao und etwas Süßes. Außerdem brachten sie uns einen Welpen zum Knuddeln, 4 Wochen jung war das kleine Fellknäuel.

So ging dann auch der letzte Tag langsam zu Ende und am nächsten Morgen ging es schon wieder zurück nach Hause. Es waren fünf wundervolle Tage mit einigen unvergesslichen Momenten und Erfahrungen. 

 





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