Vietnam

Phan Thiet & Phu Quoc

 

Reisezeit: März 2018

 

Warum Vietnam? Das war Daniels erste Reaktion als Tamara mit diesem Vorschlag um die Ecke geschossen kam. Nach kurzer Diskussion und Bilder-Googlerei fragte sich auch Daniel - Warum eigentlich nicht? Vietnam präsentiert sich online als wunderschönes Land mit freundlichen Leuten, viel Kultur und wenig Tourismus. Davon überzeugt ging es wieder ins Reisebüro unseres Vertrauens und wir ließen uns eine Reise ausarbeiten. Unsere vorgaben waren: 13 Nächte, davon 10 am Festland und 3 auf Vietnams größter Insel Phu Quoc als Ausklang. Hotel bitte nur mit Frühstück, die Transfers nehmen wir dazu und den Inlandsflug auf die Insel buchen wir selbst. Es dauerte ein paar Tage, bis das Angebot zusammengestellt war, doch dieser Baukasten-Urlaub war genau das, was wir uns vorgestellt hatten und lag im Budget. Von Wien (VIE) ging es mit der Qatar Airline über Doha (DOH) nach Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals Saigon) (SGN).

Wir besorgten uns im Vorfeld ein Visum bei der vietnamesischen Botschaft in Wien und so gab es bei der Einreise keine Probleme. Mit unserem Transfer fuhren wir knapp 5 Stunden Richtung Osten nach Phan Thiet. Unser Hotel, das Phu Hai Resort, lag etwas südlich von dem Fischerdorf Mui Ne und war wirklich toll. Schöne Gartenanlage, große Zimmer, toller Pool und ein riesiges Frühstücksbuffet. Das Meer rund um die Region Mui Ne ist bekannt für seine Winde und höheren Wellen, was die Herzen der Kitesurfer höher schlagen lässt. Da wir beide keine Kitesurfer sind, hielten wir uns eher selten im Meer auf aber ab und an sprangen wir in die Fluten und wurden bei diesen großen Wellen wieder zu Kindern. Ansonsten kühlten wir uns mit einer aufgeschlagenen Kokosnuss im Pool ab. Am zweiten Tag nach der Anreise hatten wir einen Termin mit unserem Reiseleiter. Wir wollten eigentlich, so wie bereits in Thailand, mit einem Roller die Gegend erkunden. Davon wurde uns aber ausdrücklich abgeraten! Wir bemerkten, dass unser Reiseleiter seinen Verkaufsauftritt dabei komplett vergas und es ihm ein Anliegen war, uns davon zu überzeugen, nicht mit dem Roller durch die Gegend zu fahren. Der Grund warum man als Tourist keinen Roller in Vietnam fahren sollte ist einerseits der sehr gefährliche Verkehr und andererseits die korrupte Polizei, die einen aufhält und irgendeinen Grund angibt, um dir eine unverschämt hohe Geldsumme abzunehmen. Wir haben bereits zu Hause von genau solch einem Vorfall im Internet gelesen und dachten uns, dass es vielleicht nur ein Einzelfall war. Aber dieselbe Story von einem Einheimischen zu hören macht einen dann schon nachdenklich. Auf jeden Fall buchten wir bei ihm keine Ausflüge aber er lud uns ein mit ihm privat Badminton spielen zu gehen. Dieses Angebot hätten wir auch wirklich gerne angenommen, doch fehlte uns dann an den darauf folgenden Tagen die Zeit dazu. Unsere Ausflüge buchten wir dann bei Mr. Ha - Er hat sein Wellblechdach-Büro 40 Meter neben dem Hotel und bietet wirklich günstige Touren an. Da Rollerfahren keine Option mehr war, buchten wir gleich drei seiner Ausflüge. Der erste brachte uns zum Fairy Stream, ein flacher Bach entlang eines Mini Gebirges. Von dort aus ging es weiter zu den weißen Sanddünen mit kurzem Stopp im Hafen von Mui Ne mit seinen unglaublich vielen bunten Booten. Bei den weißen Sanddünen brachte uns ein Quad auf die höchste Düne. Das war unser erstes Mal in einer Wüste war wirklich beeindruckend. Gehen fiel einem sehr schwer, weil man immer wieder mit den Füßen wegrutschte und der starke Wind schoss Sandkörner durch die Luft, sodass man ständig seine Augen schützen musste. Für wenig Geld konnte man auf einem Plastik-Untersetzter die Düne hinunter rutschen, doch der Aufstieg zurück war bereits beim Zusehen anstrengend. Also haben wir es gelassen und fuhren nach 20 Minuten mit dem Quad die Düne fast senkrecht runter und zurück zum Start. Wir leerten noch kurz unsere Schuhe aus, die voller Sand waren und schon ging es weiter zu den roten Sanddünen, welche uns noch etwas besser gefielen. Dort war es nicht so windig und in der Abenddämmerung schien das ganze Areal in einem satten Rot zu leuchten. Wir ließen uns besonders viel Zeit dort, machten einige Bilder und alberten herum, bevor es wieder zurück zum Hotel ging.

Der zweite Ausflug brachte uns zuerst in eine Terrakotta Tempelanlage wo auch das Titelbild entstand und anschließend in ein Ein-Wal-Museum. Nein das ist kein Scherz! Es handelte sich um ein kleines Haus in dem nur ein Walskelett ausgestellt war. Etwas gelangweilt machten wir unserem Fahrer, der vor einigen Jahren eine zeitlang in Deutschland lebte, klar, dass wir weiterfahren möchten. Nun ging es zu unserem eigentlichen Ziel - dem Ta Cu Berg. Mit einer Seilbahn ging es bergauf und nach einer kurzen Wanderung standen wir in einer bezaubernden Pagode mitten im Nichts. Von dort ging es nochmals ein paar Minuten den Berg hinauf bis wir zur größten liegenden Buddah Statue (49m Lang und 11m Hoch) in Vietnam kamen. Wir hatten etwas Schwierigkeiten die Statue überhaupt auf ein Bild zu bekommen. Da dies das Ende des Ausfluges war, ging es den Berg wieder hinunter und zurück ins Hotel.

Der dritte Ausflug sollte uns in das vietnamesische Hochgebirge bringen. Früh morgens holte uns Mr. Ha persönlich gemeinsam mit einem Fahrer ab. Am Weg hielten wir an einer Drachenfruchtplantage, die gerade voll in Blüte stand. Mr. Ha, der kleine 1,50m Mann war so begeistertet, dass er sofort aus dem Auto sprang und in der Plantage verschwand. Der Fahrer sicherte uns die Straße für die Überquerung und die nächsten 10 Minuten verbrachten wir damit, unseren Mr. Ha zu finden, die Blüten zu bestaunen und Fotos von Mr. Ha zu schießen, damit er sie seinen Kindern zeigen kann. Er erklärte uns anschließend, dass es wirklich viel Glück benötigt so etwas zu sehen, da dieses Kakteengewächs nur eine Nacht lang blüht. Die Blüte zählt zu den größten überhaupt und wird auch Königin der Nacht genannt. Bei der Heimfahrt war dieses Feld dann bereits verblüht. Am Weg nach Da Lat hielten wir auf Kaffeeplantagen, Pfefferplantagen und einer Anlage bei der Animal Coffee produziert wird. Das ist jener Kaffee, der von bestimmten Tieren (Wieseln, Katzen, kleinen Bärenarten..) gefressen, verdaut, ausgeschieden und dann weiter verarbeitet wird. Er zählt zu den teuersten Kaffees der Welt und wir durften ihn kosten. Schwarz und ungezuckert hat der Kaffee eine leichte Süße, nichts bitteres und schmeckt wirklich einzigartig. Leider war er für uns aber zu teurer für die tägliche Koffein zufuhr. Weiter ging es zu zwei tollen Wasserfällen und anschließend nach Da Lat. Dort bekamen wir ein reichhaltiges Mittagessen und besuchten das Crazy House. Das Innere des Gebäudes besteht aus Höhlen, verschlungenen Gängen, gewundenen Treppen, skurrilen Möbeln und lebensgroßen Tierstatuen. Gerade Formen und rechte Winkel gibt es nicht. Wer es nicht kennt - einfach mal googeln. Mit einer Seilbahn ging es dann noch zu einer Pagode und zum Abschluss auf den Markt von Da Lat, wo Mr. Ha uns Obst kaufte weil er so erstaunt war, dass wir viele dieser exotischen Früchte nicht kannten. Die Rückfahrt war genau so aufregend wie die Hinfahrt, denn der Verkehr war abermals sehr chaotisch. Überholen in unübersichtlichen Kurven, Kühe und Hunde auf den Straßen oder vier Autos parallel auf einer zweispurigen Straße - wir haben alles erlebt. Aber wir sind wieder heil im Hotel angekommen und möchten Mr. Ha an dieser Stelle nochmals danken. Ein Mann mit Handschlag-Qualität, zuverlässig, sympathisch und sehr freundlich.

Die Tage zwischen den Ausflügen verbrachten wir im Hotel. Abends ging es mit einem Shuttle in das nahe gelegene Touristenviertel zum Essen. Wir probierten unter anderem Krokodil, Frosch und Aal.

Am letzten Tag wurden wir von unserem Transfer abgeholt und flogen mit der Vietnam Airlines von Saigon (SGN) nach Phu Quoc (PQC). Dort übernachteten wir 3 Nächte im Long Beach Resort Phu Quoc, welches geteilt in einen modernen Teil und einen alten traditionellen Teil ist. Wir hatten unser Zimmer im traditionellen Teil und waren durchaus zufrieden. Direkt neben dem Hotel mieteten wir uns dann einen Roller, da es hier auf der Insel nicht so chaotisch auf den Straßen zugeht wie am Festland. Mit unsrem Roller fuhren wir bis ganz in den Norden auf die Mini Insel Hon Mot und ganz in den Süden, in die Stadt An Thoi. In An Thoi gingen wir zielstrebig zum Hafen und suchten uns einen Bootsfahrer, der uns auf die Finger Nail Island brachte, von der wir bereits zu Haus gelesen haben. Der war auch schnell gefunden und gemeinsam mit einem vietnamesischen Paar aus Hanoi ging es los. Auf halber Strecke ging dann jedoch der Motor des Bootes kaputt und wir trieben ratlos im Meer herum bis uns 30 Minuten später ein anderes Boot abholte. Insgesamt sind wir dann zwei Inseln angefahren wo wir gut schnorcheln und relaxen konnten. Aber auch dieser Kurzausflug ging irgendwann vorbei und am Rückweg zum Hotel, hielten wir noch bei dem Coconut Tree Prison Museum von Phu Quoc, in dem mittels Figuren sehr bildhaft die Foltermethoden und der tägliche Tagesablauf aus der aktiven Zeit des Gefängnisses dargestellt wurde. Den letzten Abend verbrachten wir am berühmten "Night Market" von Phu Quoc, der wirklich sehenswert ist. Hier fanden wir auch noch einige Souvenirs, die wir unseren Liebsten mitbrachten. Die Tage vergingen rasend schnell und schon standen wir wieder am Flughafen für die Heimreise.

Unser Fazit: Vietnam ist ein wirklich schönes Land mit sehr vielen Facetten. Vom Meer über Wüsten bis hin in den Dschungel und das Hochland haben wir nichts ausgelassen. Wir waren auch total überrascht wie freundlich, nett und offen gegenüber Fremden die Vietnamesen sind. Es war definitiv einer unserer tollsten Urlaube bis jetzt.





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